Verband / Propsteipfarrei

Flüchtlingshilfe

"Alles hat seine Zeit"

Kleiderkammer_Herrensachen

Mit Beginn der Sommerferien werden die Kleiderkammer und das Möbellager der ehrenamtlichen Flüchtlingshilfe der katholischen Kirche in Gladbeck ihre Arbeit einstellen. Beides sind Angebote, die ehrenamtliche Mitarbeiter*innen des Caritasverbandes Gladbeck, der Caritaskonferenzen Deutschlands (CKD) und der Propsteipfarrei St. Lamberti in Zusammenarbeit organisiert und betreut haben. "Alles hat seine Zeit", sagt Caritasdirektor und Propst André Müller. "Wir haben festgestellt, dass sich die Bedarfe der Menschen mit Fluchthintergrund geändert haben. Es geht nicht mehr um die erste Hilfe in der Not, wie beispielsweise Kleidung zum Wechseln oder ein Bett zum Schlafen zu organisieren. Jetzt ist Integrationsarbeit gefragt."

Einen großen Dank spricht der Caritasdirektor den vielen ehrenamtlichen Mitarbeiter*innen aus: "Sie haben aus dem Nichts ein Angebot aufgebaut, das die Not vieler Geflüchteter in den Blick genommen und direkte Hilfe möglich gemacht hat. Das ist eine große ehrenamtliche Leistung." Die Kleiderkammer am Bahnhof West entstand im Oktober 2015, das Möbellager folgte wenige Monate später. Bereits Anfang 2014 sammelten Ehrenamtliche Bekleidung, Hausrat und Möbel für ein Überschwemmungsgebiet in Bosnien. Mit Beginn der Flüchtlingswelle wurden die Hilfsabläufe neu strukturiert und Kleiderkammer und Möbellager entstanden als Angebote an zwei getrennten Standorten.

"Bis zum 6. Juli nehmen wir in der Kleiderkammer am Bahnhof West noch Spenden an. Ab dem 13. Juli wird die Kleiderkammer geschlossen", sagt Ulrike Kubiaczyk, ehrenamtliche Mitarbeiterin in der Kleiderkammer. "Bis zu den Sommerferien geht der Betrieb also zu den gewohnten Öffnungszeiten weiter. Was dann noch übrig ist, bringen wir im Anschluss zu ‚klamotten & mehr‘ in die Goethestraße." Einige ehrenamtliche Kräfte der Kleiderkammer werden fortan auch das Team bei "klamotten & mehr" unterstützen. "Auf diesem Weg möchten wir uns ganz herzlich für die vielen Spenden bedanken", so Ulrike Kubiaczyk.

"Lagermöglichkeiten für Möbel haben wir noch bis Ende November", ergänzen Ludger Weijers und Alfons Verstege. Beide haben ehrenamtlich zahlreiche Möbelstücke - vom Bett über Schränke bis hin zu Küchen - dorthin gebracht und aufgebaut, wo sie von Nöten waren. "Bis dahin werden wir sicherlich noch einiges aus dem Bestand vermitteln."

"Mit unserer ehrenamtlichen Flüchtlingshilfe richten wir unser Augenmerk nun verstärkt auf die Integration. Zusätzlich zur Formularhilfe und den Deutschkursen bieten wir seit Anfang Mai beispielswiese mittwochs einen Sprachtreff im Sozial-pastoralen Zentrum in der Kirchstraße an. Hier stehen Begegnung und Austausch im Vordergrund", so Propst André Müller. "Wir stellen auch vermehrt fest, dass das Thema geeigneter Wohnraum für viele, gerade größere Familien schwierig ist. Auch das werden wir in nächster Zeit angehen müssen", ergänzt Hildegard Hemmers. Sie ist die hauptamtliche Koordinatorin der ehrenamtlichen Flüchtlingshilfe des Caritasverbandes und der Propsteipfarrei. "Wir freuen uns, weiterhin gemeinsam mit den vielen, engagierten ehrenamtlichen Helfern der Pfarrei und des Verbandes das Netzwerk der Flüchtlingshilfe in der Stadt aktiv mitzugestalten", so Propst André Müller.

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