Kinder, Jugend, Familie

Frühförderung

Der Wandel als ständiger Begleiter

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Auf 40 Jahre Arbeit mit Kindern und Familien blickt die Frühförder- und Beratungsstelle des Caritasverbandes in diesem Jahr zurück. Im Fokus einer Feierstunde sowie eines anschließenden Fachprogramms stand vor allem der Wandel, der die Arbeit in den Jahren geprägt hat. "Analog zu den gesellschaftlichen Veränderungsprozessen haben sich auch die Indikationen verändert, mit denen wir es in unserer täglichen Arbeit zu tun haben", sagt Brigitte Kleine-Harmeyer, Leiterin der Frühförder- und Beratungsstelle sowie der Abteilung Kinder, Jugend und Familie im Verband.

"Gab es früher 80 Prozent Kinder mit einer Behinderung und 20 Prozent Kinder mit anderen Indikationen in unserer Frühförderstelle, so überwiegen heute diffuse Störungsbilder. Ein Großteil der Kinder, die wir begleiten, lebt in hochbelasteten Familien", so Brigitte Kleine-Harmeyer weiter. "Dabei ist die Familie der wichtigste Rahmen der Sozialisationserfahrung." Insofern sei bei der Arbeit in der Frühförderung insbesondere die Familienorientierung wichtig, um ein Aufwachsen in Beziehung und Teilhabe zu ermöglichen.

Die Entwicklung hin zur interdisziplinären Frühförderung ermögliche inzwischen eine abgestimmte Leistung unter einem Dach im Interesse des Kindes und seiner Familie, sagt Brigitte Kleine-Harmeyer. Interdisziplinär bedeutet, dass pädagogische und medizinisch-therapeutische Maßnahmen kombiniert werden. Daher wird die interdisziplinäre Frühförderung auch Komplexleistung genannt, da sie die unterschiedlichen Fachrichtungen zusammenbringt.

Der Erste Beigeordnete der Stadt Gladbeck und Sozialdezernent Rainer Weichelt gratulierte zu 40 Jahren erfolgreicher Arbeit. "Sie sind unverzichtbarer Teil der kommunalen Präventionskette", führte er in seinem Grußwort aus. "Kinder brauchen Fürsorge, Unterstützung und besondere Aufmerksamkeit. Je eher wir im Bedarfsfall helfen können, desto größer sind die Erfolgschancen."

Während eines Sofa-Talks mit Mitarbeiterinnen der Frühförder- und Beratungsstelle, von Kindertagesstätten und dem Jugendamt - moderiert von Caritas-Vorstand Rainer Knubben - wurde erneut deutlich, wie sehr sich die Rahmenbedingungen der Arbeit in den 40 Jahren geändert haben, angefangen von dem Zeitbudget für eine Frühförder-Einheit über den Dokumentationsaufwand bis hin zu den auftretenden Indikationen. Zum Schluss waren sich alle einig in dem Wunsch, mehr Zeit für das Kind aufwenden zu können.

Im Anschluss bedankten sich Vorstand Rainer Knubben und Abteilungsleiterin Brigitte Kleine-Harmeyer persönlich bei den aktuellen und ehemaligen Mitarbeiter*innen der Frühförder- und Beratungsstelle. "Ohne euch wäre dieser Dienst nicht der, der er ist. Ihr habt die Turbulenzen der vergangenen Jahre toll überstanden."

Nach der Feierstunde ging es mit einer Fachtagung weiter. Hier referierte Prof. Dr. Armin Sohns über die frühe Förderung im Wandel. Er beleuchtete die Veränderungen kindlicher Lebenswelten und die damit einhergehenden neuen Anforderungen an Hilfen, Eltern und Kinder. Insbesondere das Eltern-Sein berge heutzutage andere und vielfältige Herausforderungen. Dementsprechend brauche auch die Frühförderung entsprechende Rahmenbedingungen.

Für humoristische Zwischentöne sorgte Kabarettist Peter Frohleiks, der als "Hausmeister Kapinsky" für die eine oder andere Unterbrechung des Programms sorgte und zum Abschluss sein Bühnenprogramm darbot. Frohleiks ist zudem Theaterpädagoge und Diplom-Sozialpädagoge. Als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Bewegungserziehung und Bewegungstherapie in der Heilpädagogik der Humanistischen Fakultät der Universität Köln ist sein Bezug zum Thema auch im Kabarettprogramm eng.

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Präsentation Prof. Dr. Armin Sohns - Frühförderung

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