Kinder Jugend und Familie

Psychische Erkrankungen

Im Blickkontakt

Fachtag BlickKontakt_1

"Gehe hundert Schritte in den Schuhen eines anderen, wenn Du ihn verstehen willst." So lautet ein indianisches Sprichwort. Carola Schroers, Diplom Sozialpädagogin und Systemische Familientherapeutin, stellte dieses Sprichwort bewusst an den Anfang des Fachtages der Frühförder- und Beratungsstelle des Caritasverbandes Gladbeck in Kooperation mit der Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche des Caritasverbandes sowie der Initiative für Kinder psychisch und suchterkrankter Eltern.

Denn in der alltäglichen Arbeit stelle der Umgang mit Familien, die von psychischen Erkrankungen betroffen sind, eine besondere Herausforderung für Fachkräfte dar, so Carola Schroers weiter. Sie ist die Ansprechpartnerin der Initiative für Kinder psychisch und suchterkrankter Eltern. Oft fehle das Wissen über psychische Erkrankungen und deren individuelle Auswirkungen auf das Familiensystem sowie das gesellschaftliche und soziale Umfeld. Der Fachtag sollte einerseits Überblick über häufige psychische Erkrankungsbilder geben und andererseits den Fachkräften Sicherheit in der Kontaktgestaltung vermitteln. Rund 100 Fachkräfte aus der Region nahmen teil.

Nach einer kurzen Begrüßung durch Rainer Weichelt, Erster Beigeordnete und Sozialdezernent der Stadt Gladbeck, sowie Brigitte Kleine-Harmeyer, Abteilungsleiterin Kinder Jugend und Familie im Caritasverband, führte Thomas Schebaum-Stein, Psychologe in der Kinderklinik Gelsenkirchen, an das Thema heran. Sein Vortrag erläuterte, wie Eltern, pädagogische Fachkräfte und andere Bezugspersonen psychische Erkrankungen erkennen, diese besser verstehen und den Betroffenen helfen können. Neben einem Erklärungsmodell zur Entstehung psychischer Erkrankungen ging er näher auf die Frage "Psychisch gesund oder krank?" ein.

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Der Psychologe erläuterte zudem die häufig auftretenden Störungsbilder wie zum Beispiel Angst-, Zwangsstörungen und ADHS. Er zeigte mögliche Behandlungsmethoden von Ärzten und Therapeuten auf und machte deutlich, in der Arbeit mit Kindern genau hinsehen zu müssen, um sorgfältig diagnostizieren zu können. Zudem sensibilisierte er die anwesenden Fachkräfte für den Zeitpunkt, Hilfe anzubieten beziehungsweise einzugreifen und benannte die häufigsten Urteilsfehler.

Abschließend stellte die Initiative für Kinder psychisch und suchterkrankter Eltern ihren neuen Flyer vor. Aus der Initiative wird namentlich der BlickKontakt. Ein Blickkontakt stellt die Basis für ein Sehen und Gesehen-werden dar. "Wenn es uns gelingt, Menschen mit psychischen Erkrankungen zu sehen, sie anzunehmen, wie sie sind, ihnen Hilfe zu geben, dass die gebrochene Seele wieder heilen kann, dann helfen wir ihnen, trotz ihrer Erkrankung ihre Kinder in den Blick zu nehmen", so Carola Schroers. Die Initiative bietet Beratung von Kindern, Jugendlichen, Familien und Fachkräften an, gestaltet Gruppenangebote für Kinder und Jugendliche und ist mit einer Sprechstunde im St. Antonius-Krankenhaus Bottrop-Kirchhellen vertreten.

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Präsentation_Dipl. Psychologe T. Schebaum-Stein

Flyer BlickKontakt

Initiative für Kinder psychisch und suchterkrankter Eltern im Caritasverband Gladbeck e.V.

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