Beratung und Teilhabe

Co-Counselling

Mit sich in Beziehung treten

Manchmal möchte man einfach nur schreien. Oder gegen ein Kissen boxen. Oder die Tränen fließen lassen. Jeder kennt diese Momente der Überlastung und Überforderung. "Im Grunde genommen haben wir auf dem Weg zum Erwachsenwerden verlernt, mit diesen Wünschen unseres Körpers in Beziehung zu treten", fasst Petra Geldermann zusammen. Die Heilerziehungspflegerin ist im Caritasverband Gladbeck verantwortlich für das Angebot "Brücken in die Zuversicht". Hier unterstützen sich Menschen in belastenden Lebenssituationen selbst mit dem Verfahren des Co-Counselling.

"Wir starten nun zum dritten Mal den Kurs, in dem zunächst in Zusammenarbeit mit dem Sozialpsychiatrischen Dienst des Kreises Recklinghausen und dem Haus Kloppenburg die Techniken erlernt werden. Im Anschluss startet die Selbsthilfegruppe, die sich einmal monatlich trifft und miteinander arbeitet", so Petra Geldermann. "Das Angebot richtet sich an alle Interessierten, bietet sich zum Beispiel aber auch an, um die Wartezeit auf einen Therapieplatz zu überbrücken." Ausschlusskriterien seien dagegen eine akute Sucht sowie eine diagnostizierte akute Psychose.

Beim Co-Counselling handelt es sich um ein wirkungsvolles und alltagsnahes Konzept: Die TeilnehmerInnen erlernen einfache Techniken, mit denen sie Gefühle wahrnehmen, ausdrücken und sich damit entlasten können. Co-Counselling verbindet Elemente der Psychoanalyse, der Gestalttherapie sowie Körperübungen. In zehn Schulungsveranstaltungen werden die TeilnehmerInnen beim Erlernen der Techniken in Einzel- und Gruppenarbeiten begleitet. Anschließend sind sie in der Lage, sich in Kleingruppen gegenseitig zu unterstützen und Halt zu geben.

"Benötigt wird allein die Bereitschaft, mit sich zu arbeiten und in Kontakt zu treten. Wichtig zu wissen ist auch, es gibt keine Bewertung und keine Ratschläge durch die anderen Gruppenteilnehmer. Wenn ich die Verbindung zwischen meinen Gedanken, dem Körper und den Gefühlen hergestellt habe, dann kann ich selbst Einfluss auf meine Verhaltensweisen nehmen", erklärt Petra Geldermann.

Die Gruppe wird geschult und begleitet von Mitarbeiterinnen des Caritasverbandes Gladbeck, des Sozialpsychiatrischen Dienstes sowie einer erfahrenen Counsellehrerin aus dem Haus Kloppenburg in Münster. Der Caritasverband Gladbeck stellt die notwendigen Räumlichkeiten sowie die benötigten finanziellen Mittel zur Verfügung.

Am Donnerstag, 22. Februar, findet um 17:30 Uhr eine Informationsveranstaltung zum Angebot "Brücken in die Zuversicht" in der Geschäftsstelle des Caritasverbandes (Kirchstraße 5, 45964 Gladbeck) statt. Die Einführungsveranstaltung findet am Samstag, 03.03. von 9.30 Uhr bis 16.30 Uhr in der Kirchstraße statt. Die weiteren Termine erfolgen donnerstags von 17.30 Uhr bis 20.30 Uhr. Nach dem Kurs haben die TeilnehmerInnen die Möglichkeit, in der Selbsthilfegruppe weiterzuarbeiten.

Anmeldung und Information bei:
Petra Geldermann, Tel. 0157 - 829 497 78, petra.geldermann@caritas-gladbeck.de oder
Barbara Bartkowiak, Sozialpsychiatrischer Dienst Gladbeck, Tel. 02043 - 68 337 824

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