Kinder Jugend Familie

Psychische Erkrankungen

Umgang mit psychisch belasteten Eltern

Fachtag "Umgang mit psychisch belasteten Eltern"

Psychische Belastungen haben Auswirkungen auf die Familie und das soziale Umfeld. "Informationen über unterschiedliche Arten von Belastungen sind hilfreich, um das Familiensystem mit seinen Auswirkungen im gesellschaftlichen und sozialen Umfeld zu verstehen und damit Kinder in den betroffenen Familien entwicklungsfördernd zu begleiten", fasst Karola Schroers zusammen. Die Diplom Sozialpädagogin und Systemische Familientherapeutin (DGSF) ist die Ansprechpartnerin von BlickKontakt, der Initiative für Kinder psychisch und suchtkranker Eltern im Caritasverband Gladbeck.

"Ein veränderter Blick auf belastete Familien kann den Umgang mit ihnen im professionellen Umfeld erleichtern. Insbesondere Achtsamkeit und Wertschätzung spielen eine entscheidende Rolle", so Karola Schroers. Deshalb hat die Initiative BlickKontakt bei ihrem Fachtag für pädagogische Fachkräfte den Schwerpunkt auf die Kommunikation mit belasteten Eltern gelegt. "Ebenso, wie wir die Not der Kinder sehen, müssen wir auch die Not der Eltern sehen", betonte Rainer Knubben, Vorstand des Caritasverbandes Gladbeck, bei seinen Begrüßungsworten.

Referentin Elisabeth Gieseler gab daraufhin einen Überblick über psychische Belastungen in ihren Erscheinungsbildern, benannte die Auswirkungen im Kontakt mit den Eltern und zeigte Gestaltungsmöglichkeiten im Kontakt mit belasteten Menschen. "Je früher, stärker und anhaltender die Erkrankung in der Familie erlebt wird, desto schwieriger sind die Heilungschancen, sprich die Verbesserung der Lebensbedingungen", fasste die Diplom-Pädagogin zusammen. "Je später, desto besser stehen die Chancen."

Rund 80 Fachkräfte nahmen an dem Fachtag teil. "Im Kontakt mit belasteten Eltern spielt auch Ihre eigene Haltung gegenüber psychischen Erkrankungen eine Rolle", sprach Elisabeth Gieseler die Teilnehmenden direkt an. "Wichtig im Umgang ist, eine Beziehung anzubieten und Vertrauen entstehen zu lassen. Sicherheit spielt eine große Rolle. Sie kann durch Themen, Transparenz und den richtigen Gesprächsrahmen geschaffen werden." Ebenso sei weniger mehr. "Seien Sie dankbar für das entgegengebrachte Vertrauen."

"Wichtig ist, sich nach dem Kontakt Zeit zur Reflektion zu nehmen. Ein Austausch mit Kolleginnen und Kollegen öffnet weitere Blickwinkel. Zudem hilft es, schriftlich festzuhalten, welche Themen wie behandelt wurden", riet Elisabeth Giebeler. "Verlässlichkeit in den getroffenen Absprachen ist unerlässlich, das schafft weitere Sicherheit für die Betroffenen." Nicht zuletzt helfe ein Austausch im Netzwerk mit weiteren Professionen.

Download

Präsentation Fachtag "Umgang mit psychisch belasteten Eltern"

Zurück