Vom Schichtwechsel zum Sichtwechsel

Die Caritaswerkstatt in Gladbeck hat sich beteiligt. Insgesamt tauschten zwei Beschäftigte für einen Tag ihren Arbeitsplatz.
Tauschpartner waren in diesem Jahr der Kommunale Ordnungsdienst (KOD) und das Hotel Van der Valk. Beschäftigte Stefanie Kalff war zusammen mit Jörg Friese-Hirsche und Jürgen Bastek vom KOD auf den Straßen Gladbecks unterwegs. "Wir haben ein Nummernschild an einem geparkten Auto gefunden, das abgelaufen war", berichtet sie. "Da kommt dann ein roter Hinweis an das Auto und es wird nachkontrolliert. Außerdem haben wir in der Fußgängerzone die Fahrradfahrer und E-Scooter-Fahrer darauf hingewiesen, dass Fahren in der Fußgängerzone nicht erlaubt ist."
Für Stefanie Kalff arbeitete Gabriele Alexander vom KOD an diesem Tag in der Kreativgruppe der Caritaswerkstatt. "Ich bin total begeistert von der Arbeitsatmosphäre hier. Alle sind herzlich, hilfsbereit und gehen gut miteinander um", erzählt sie. Sie gestaltete zusammen mit den neuen Kolleginnen und Kollegen verschiedene Dekorationsartikel.
Beschäftigter Daniel Porsch konnte die Arbeit an der Rezeption eines Hotels kennenlernen. "Es gab ganz viele Anrufe, Reservierungswünsche und es ging auch um Seminare", berichtet er von seinem Arbeitstag. Außerdem hat er Getränkeflaschen mit QR-Codes versehen, durch die eine Hotel-Bewertung vorgenommen werden kann. Sales Managerin Lisa Montforts arbeitete dafür in der Küche der Caritaswerkstatt. "Ich komme selbst ursprünglich aus der Gastronomie und bin so gut aufgenommen worden, dass ich mich sofort als Teil des Teams gefühlt habe. Die Zeit ist wie im Flug vergangen, der Tag war eigentlich viel zu kurz." Zum Mittagessen in der Kantine der Caritaswerkstatt gab es panierten Lachs oder Geflügel-Bällchen mit Kartoffeln.
"Beim Schichtwechsel geht es erstmal um gegenseitiges Kennenlernen, den Austausch und darum, Klischees in den Köpfen aufzulösen", sagen Lea Burg und Volker Brexeler von der Caritaswerkstatt. Beide haben den Schichtwechsel organisiert und begleitet. "Am meisten freut uns dann, wenn über längere Praktika tiefere Einblicke für unsere Beschäftigten möglich sind. Bestenfalls ergibt sich daraus auch mal eine langfristige Arbeitsmöglichkeit außerhalb einer Werkstatt."
Information
Caritaswerkstatt Gladbeck
Bereits Ende der 1960er Jahre wurden in Trägerschaft des Caritasverbandes Gladbeck Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung geschaffen. Heute finden an der Mühlenstraße in Gladbeck mehr als 350 Menschen mit Behinderungen oder psychischen Erkrankungen einen Arbeitsplatz, der ihren Wünschen und Fähigkeiten entspricht.
Im Laufe der Jahrzehnte hat die Caritaswerkstatt dabei einen weiten Weg zurückgelegt: Von der "beschützenden Werkstätte" hin zu einem Unternehmen, das berufliche Qualifizierung und Teilhabe am Arbeitsleben in den Vordergrund stellt, um dadurch die Inklusion von Menschen mit Behinderung zu fördern. Der Arbeitsplatz in den Räumlichkeiten der Werkstatt ist dabei nur eine von vielen Möglichkeiten. Daneben stehen Arbeitsplätze außerhalb der Werkstatt und in Betrieben des allgemeinen Arbeitsmarktes zur Verfügung.
