Kinder Jugend und Familie

Inklusion

Das Seepferdchen im Kopf

Fachtag_Inklusion_2018

"Warum ticken manche Menschen anders?" Mit dieser Frage eröffnete Referentin Verena Krampe ihren Vortrag. Die Gesundheitsmanagerin und Psychologischer Business Coach kennt nicht nur die Arbeit mit Kindern. Auch Führungskräfte berät und coacht sie in Sachen lösungsorientierter Ansatz.

"Wir alle haben ein Seepferdchen im Kopf", erläutert sie. Der Hippocampus sei so etwas wie die Festplatte im Gehirn. "Unser Seepferdchen merkt sich alles, egal ob wir es nochmal brauchen oder nicht." Irgendwann sei die Festplatte schlichtweg voll und die Taste Löschen müsse gedrückt werden. "Die einzigen Möglichkeiten, das Seepferdchen zum Vergessen zu bringen, sind Schlafen und Entspannen." In Anbetracht der vielen Ein- und Durchschlafstörungen bei Kindern sei herausforderndes Verhalten in der Kindertagesstätte keine Seltenheit.

"Regelmäßige Entspannungsphasen helfen sowohl den Kindern als auch dem pädagogischen Personal", so Verena Krampe. Eine ausreichende Menge an Schlaf aber auch "Leerphasen" ohne Angebote unterstützen das Gehirn beim Lernen und Verarbeiten. Ein Gefühl sei dafür wichtig aber heutzutage fast vergessen: "Wann haben Sie sich das letzte Mal gelangweilt?" Ständig neue Angebote sorgten bei Kindern lediglich für eine Überreizung.

Nach einem kurzen Überblick über die Prinzipien des systemisch-lösungsorientierten Ansatzes stellte Verena Krampe praktische Hilfen vor, die bei der Eingliederung von Kindern mit als problematisch empfundenen Verhaltensweisen in den Kindergarten-Alltag helfen können. Hierzu zählen beispielsweise die Eindämmung von Außenreizen, die Anpassung der Anforderungen an die einzelnen Kinder und die Möglichkeit, Verantwortung für eine kleine Aufgabe zu übernehmen. Zudem sensibilisierte sie dafür, in der Arbeit mit Kindern und Eltern wahrzunehmen, dass viele Verhaltensweisen keinem logischen Muster folgen würden, sondern von vielfältigen Faktoren wie der Tagesform, den individuellen Erfahrungen und dem Charakter abhängig seien.

In der anschließenden Diskussion mit den Teilnehmern des Fachtags wurde deutlich, dass es in vielen Fällen sinnvoll und notwendig ist, sich zu kindlichen Verhaltensweisen Beratung und Unterstützung zu holen. Dies kann im eigenen Team oder beim jeweiligen Träger geschehen. Gerne stehen hierzu auch die Inklusionsfachberatung, die beiden Frühförderstellen in Gladbeck sowie die Beratungsstelle der Caritas als Ansprechpartner zur Verfügung.

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Fachtag Herausfordernde Verhaltensweisen in der KiTa

Vortrag Verena Krampe

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